Der Sinn von Stiftungen – einfach Gutes tun!

- v.l.n.r. Moderator Ulrich Lota, die Unternehmer Klaus Peter und Freddy Fischer sowie Vize-Europameister Christoph Metzelder unterhielten sich, blendend gelaunt, in der Sparkasse Essen über Stiftungen.
Die Tische sind festlich gedeckt, ein Flügel reflektiert die abendlichen Sonnenstrahlen und die Unterhaltungen an den Tischen signalisieren, dass jeder eine gewisse Vorstellung von dem entwickelt hat, was da jetzt kommen könnte.
„Da“ – das ist die illustre neunte Etage der Sparkasse Essen, die rundum verglast einen tollen Blick auf die Stadt bietet. Zur rechten Zollverein, ein Stückchen weiter erkennt man sogar die Schalke-Arena in Gelsenkirchen, vorne das neue Einkaufszentrum am Limbecker Platz mit seiner riesigen Erweiterungsbaustelle. Aber heute Abend geht es nicht um Konsum – eher um das Gegenteil. Es geht darum, Vermögensbestandteile für eine (vielleicht sogar eigene?) Stiftung zur Verfügung zu stellen. Anders ausgedrückt: um „mit Lust betriebene, intelligente Reichtumsvernichtung“, wie Lothar Späth es einst bezeichnete.
Viele im Raum haben es schon getan, einige spielen noch mit dem Gedanken, andere wollen sich erstmal informieren. Warum stiften Menschen Geld? Was sind ihre Motive? Wie bewerkstelligt man das am besten? Arnd Brechmann, Leiter des Zentralbereiches Wertpapiere und Finanzanlagen, begrüßt die über 130 geladenen Gäste und stellt ihnen Menschen vor, die sich mit diesen Themen auch bestens auskennen.
Zum Beispiel Dr. Ambros Schindler, den Leiter des Stiftungszentrums Essen. Schindler berichtet, dass es bereits über 15.000 Stiftungen in Deutschland gibt, welche positiven Auswirkungen die steuerlichen Verbesserungen in den Jahren 2000 und 2007 zeigten und welche Rechte sowie Pflichten sich für Stifter ergeben. Mit ein paar Beispielen aus der Essener Stifterlandschaft erläuterte er die segensreiche Arbeit der Stiftungen. Wer kennt nicht die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, der Essen den Neubau des Museum Folkwang verdankt? Die Sparkasse selbst ermöglicht ihre jährlichen Spenden für Essen in Millionenhöhe auch durch die Arbeit ihrer Stiftungen für Alte, Behinderte und Jugendliche, für die Kultur, den Sport etc.
Welche persönlichen Motive die Menschen zu Stiftern machen, das erfuhren die Sparkassenkunden aus erster Quelle. Unter der Moderation von Bistumssprecher Ulrich Lota, erläuterten drei Stifter, warum sie mit ihren Stiftungen gesellschaftliche Verantwortung übernommen haben. Unternehmer Freddy Fischer, Bäcker Klaus Peterund der Vize-Europameister Chistoph Metzelder. Um riesige Summen ging es bei diesen Stiftern (anfänglich) nicht. Aber es gibt in unserer ach so wohlhabenden Gesellschaft Kinder, die mit einer Plastiktüte vom Discounter zur Schule gehen, weil es für den Schulranzen nicht gereicht hat. Darüber kann man lange sinnieren und diskutieren – oder das Problemanfassen. Z. B. mit einer Stiftung, so wie es Fischer, die Familie Peter oder Fußballer Metzelder gemacht haben. Sie engagieren sich, um einfach Gutes zu tun. Die SparkasseEssen wird sich um noch mehr Menschen bemühen, die sichin dieser Form engagieren und entsprechendes Know-how zur Verfügung stellen. Das Interesse nach dem ersten Stiftermahl im neunten Obergeschoss der Sparkasse war schonrecht viel versprechend. Ob es an der guten Aussicht liegt?
(erschienen in Viverito 04/08)
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Schöner leben mit umgekehrter Hypothek?
Ein Leben lang wurde für die eigene Immobiliehart gearbeitet und das Häuschenliebevoll gepflegt. Zur beginnenden Rentenphase ist es dann hoffentlich abbezahlt und … ja, und dann? Zwar gibt es gegenüber der Bank keine Ratenverpflichtung mehr, aber bei der Planung und Finanzierung der lang ersehnten Kreuzfahrt sind die eigenen vier Wände wenig behilflich. Und behalten würde man seine Immobilie ja auch gerne. Im angelsächsischen Sprachraum spricht man von den „Asset rich – cash poor“– also den „vermögenden Armen“. Es fehlt einfach an zusätzlichen liquiden Mitteln, um den Lebensstandard zu halten bzw. gar zu erhöhen.
Immobilienrente
Doch schließlich gibt es für nahezu jedes Problem auch eine Lösung. Die „umgekehrte Hypothek“ oder auch Immobilienrente (engl. Reverse Mortgage) bringt Liquidität über die Bank. Die Ruheständler bleiben Eigentümer ihrer lieb gewonnenen Immobilie und erhalten Geld von der Bank – Monat für Monat. So macht ein Urlaub mehr Spaß und die monatliche Liquidität ist auch bei niedrigen Renten gesichert. Wer sein Haus über die Immobilienrente als Sicherheit anbietet, kann ohne Einschränkung auch weiterhin über sein Eigentum verfügen. Die Bank bewertet die Immobilie, vereinbart mit dem Kunden eine Laufzeit und zahlt monatlich einen vereinbarten Betrag aus. Wenn dann der „Immobilienbesitzer mit Bankrentenvertrag“ z. B. im Alter von 85 Jahren sein Haus verlassen möchte, um eine kleinere Wohneinheit zu wählen, wird das Objekt veräußert und der Rest wird den Hausverkäufern wiederum zur Verfügung gestellt.
Lebensqualität
Dieses Geschäftsmodell ist in den USA, Großbritannien und vielen anderen europäischen Staaten genauso verbreitet wie beliebt. Lediglich in Deutschland konnte sich das Modell Immobilienrente noch nicht durchsetzen. Nach Einschätzung der Kreditspezialisten der Sparkasse Essen gibt es dafür mehrere Gründe. Unter anderem unterstützt der Gesetzgeber in den USA das Produktangebot dadurch, dass spezielle „Garantieleistungen“ des Staates die Kalkulation des Produktes für Kunden und Bank enorm vereinfachen. Aber auch Mentalitätsfragen spielen eine Rolle. In Deutschland setzt sich nur sehr zögerlich die Erkenntnis durch, dass der „Immobilienverzehr“ die Lebensqualität erheblich verbessern kann und Verbindlichkeiten auch im Rentenalter selbstverständlich seinkönnen – schließlich hat man für die Sicherheiten ein Leben lange gespart. Ist also die Immobilienrente auch für Deutschland interessant? Die Experten sehen gute Marktchancen für die Immobilienrente– gerade bei einer Seniorengeneration, die Spaß an ihrem Leben hat und bereit ist, dafür auch Geld auszugeben.
(erschienen in Viverito 02/08)
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Über Geld, Finanzanlagen und Mehrwert: Viverito-Interview mit Arnd Brechmann
Welche Empfehlungen halten Sie für die Generation bereit, die in der zweiten Lebensphase steht?
Sie meinen die sogenannte Generation 50plus? Keine!
Keine?
Richtig – die Generation ist in der Regel schon seit langer, langer Zeit Kunde bei mir oder meinen Kollegen und wir widmen dieser Zielgruppe gerne etwas mehr Aufmerksamkeit. Eine Einzelempfehlung für die Geldanlage ist da wenig zielführend…
Wie macht man es richtig?
Im positivsten Sinne: Bilanzieren! Wo stehe ich? Was habe ich? Wo will ich hin? Was habe ich vor? Welche Prioritäten setze ich? Unser Ziel ist es, die Geld- und Vermögensanlage den Vorstellungen des Kunden anzupassen und nicht umgekehrt.
Ist das nicht selbstverständlich?
Leider nicht. Der Fehler ist meines Erachtens, dass sich viele Menschen über ihre Lebensziele keine Gedanken machen. Hinzu kommt, dass viele Institutionen eher die eigenen Interessen im Blick haben.
Meinen Sie z.B. Banken, Versicherungen und auch Sparkassen?
Das haben Sie gesagt… (lacht)
Könnten Sie uns durch ein Beispiel vor Augen führen wie man es machen sollte?
Gerne! Wir nennen diese Erstanalyse Finanzcheck oder „S-Finanzkonzept“. Ähnlich wie bei einem strukturierten Interview erzählen uns unsere Kunden, was sie bisher in ihrem Leben schon alles geleistet haben und was sie für Ihre Zukunft noch vorhaben. Daraus ergibt sich, ob und wie gut sie finanziell für die Zukunft gerüstet sind.
Geleistet? Also was auf dem Konto ist?
Nein – dazu gehört doch viel mehr. Beruf, Rentenansprüche, Versicherungsverträge, Verpflichtungen… Gibt es bereits eine eigene, vielleicht sogar bezahlte Immobilie? Bleibt diese Immobilie auch im Alter interessant und wird sie den Ansprüchen der Zukunft genügen? Oder wollen sie das Ruhrgebiet vielleicht verlassen und an den Starnberger See ziehen? Oder Mallorca? Bei aller Planung aber sollte die Lebensqualität nie zu kurz kommen.
Stichwort: Vermögen genießen!
Nur genießen?
Sehen Sie – genau das ist vollkommen abhängig vom Menschen selbst. Der eine legt Wert darauf, dass er im Alter eine schöne Wohnung in der Nähe der eigenen Kinder hat – barrierefrei natürlich. Der nächste baut an, damit immer genug Platz für Kinder und Enkel ist oder plant einen gemütlichen Wintergarten…
Worauf muss man unbedingt achten?
Das ist abhängig von dem geführten Gespräch, der Vermögenssituation, steuerlichen Aspekten, der Risikobereitschaft, den Einkommensverhältnissen, Bedürfnissen des Lebenspartners… Wie schon erwähnt – das Gesamtbild muss für den Kunden in jeder Hinsicht stimmig sein! Persönlich würde ich besonders auf komfortable Vermögenssicherung achten, die fl exibel genug ist, um meinen Ansprüchen immer gerecht zu werden. Ergänzt um Versicherungen, z.B. Krankenzusatz- und Pflegeversicherung, die mich ruhig schlafen lassen. Wie immer: Habe ich sie, brauche ich sie nicht! (schmunzelt)
Welche Rolle spielt die Vorsorge für die eigenen Kinder und Enkel?
Auch das weiß ich erst, wenn ich das mit dem Kunden in Ruhe besprochen habe! Soll für ein Studium der talentierten Enkelin gespart werden? Wollen sie den Kindern beim Hausbau unter die Arme greifen? Wir haben auf nahezu jede Frage eine passende und gute Antwort. Aber die Richtung geben wir nicht gerne vor. Und wer keine Kinder und Enkel hat, hat ganz andere Zukunftsideen.
Zum Beispiel?
Manch ein vermögendes Ehepaar will in der Zukunft noch gute Werke tun für Kultur, Sport oder Jugend. Auch hier beraten wir gerne, zum Beispiel zum Thema Stiftungen.
Herr Brechmann – vielen Dank für dieses Gespräch. Haben Sie eigentlich schon eine Immobilie auf Mallorca?
Nein, aber wenn Sie da am Chiemsee mal was hätten…
(erschienen in Viverito 03/07)




