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Energiekosten senken – aber richtig!

V. Behr, Sparkasse Essen und W. Meier-Ebbers, Architekt, am Vortragsabend.

Beratungsabende in der Sparkasse Essen gut besucht
Die Energiepreise sind in den letzten Jahren um durchschnittlich sieben Prozent pro Jahr gestiegen. Gerade für Immobilienbesitzer hat das Thema „ Energieoptimiertes Bauen und Modernisieren“ daher Hochkonjunktur. Weit über 400 motivierte Energiesparer waren an zwei Abenden zu Gast bei einem Vortrag in der Sparkasse Essen, um sich durch Architekt Wilhelm Meier-Ebbers, Mitglied im Vorstand der Architektenkammer NRW, und der Kreishandwerkerschaft Essen zu den aktuellen Trends und Technologien zur Energieeinsparung informieren zu lassen. Baufinanzierungsexperten der Sparkasse standen für alle Fragen zu Finanzierungsmöglichkeiten und öffentlichen Fördermitteln zur Verfügung. Nach einer thematischen Einführung durch Volker Behr, Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Essen, erläuterte Meier-Ebbers in seinem Vortrag an verschiedenen Beispielen die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Wärmedämmung, alternativen Energieträgern sowie Um- und Neubaumaßnahmen und riet zu einer „gesamtheitlichen Betrachtung des Hauses“. Da die Heizenergie das größte Einsparpotential bietet, schwärmte der Architekt sogar davon, dass im Jahr 2015 ein 20 m2-Wohnzimmer allein durch die Anwesenheit zweier Personen und zwei Lampen auf angenehme Temperatur geheizt werden könne. Interessant war besonders sein Fazit für Bestandsimmobilien: Die gestiegenen Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz von Gebäuden in den letzten Jahrzehnten und insbesondere die neue Energieeinsparverordnung EnEV bedeuten einen hohen Wertverlust von älteren Immobilien. Daher ist für jeden Immobilienbesitzer eine energieoptimierende Modernisierung nahezu unumgänglich, um langfristig den Wert seiner Immobilie zu sichern. Über lebhaftes Interesse freuten sich im Anschluss die Experten der Kreishandwerkerschaft Essen: Welche Maßnahmen zur Dämmung sind empfehlenswert? Lohnt sich der Austausch der Heizungsanlage? Wie effektiv ist Photovoltaik? Welche Kosten verursacht ein Austausch der Fenster…Wie rentabel derartige Investitionen sind, ist natürlich auch abhängig von der richtigen Finanzierung. Die Kreditexperten der Sparkasse rieten zu günstigen Finanzierungsprogrammen, mit denen die öffentliche Handenergieeffiziente und umweltschonende Renovierungen unterstützt.



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Auch steuerfreier Schund ist Schund!

Die für das kommende Jahr angekündigte Abgeltungsteuer setzt in vielen Branchen ungeahnte Ideen frei, um Sparer und Anleger für steuerfreie Produkte zu gewinnen. Zur Vorsicht und Gelassenheit rät Hans Martz, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Essen.

Viverito:
Herr Martz, zur Zeit wenden die Banken, Sparkassen, Fondsgesellschaften und andere Marktteilnehmer ungeahnte Mittel auf, um Sparer und Anleger für abgeltungsteuerfreie Produkte zu gewinnen. Warum so viele Anstrengungen?

Hans Martz:
In der Branche ist bekannt, dass der Kuchen jetzt verteilt wird. Entsprechend groß sind die Bemühungen, Anlegergelder zu halten, umzuschichten oder so zu transformieren, dass sie zukünftig abgeltungsteuerfrei sind.

Viverito: Dabei kann man aber doch eigentlich keine Fehler machen, wenn man nur Steuern sparen will, oder?

Hans Martz:
Das ist schon der erste Fehler! Natürlich ist es gut, wenn der Gewinn einer Geldanlage möglichst hoch ist, dazu auch noch steuerfrei. Dennoch ist die Steuerfreiheit nur ein Argument, was bei der Geldanlage berücksichtigt
werden sollte. Wer die Steuerfreiheit zum Dreh- und Angelpunkt seiner Anlage macht, ist nicht optimal beraten.

Viverito: Wie meinen Sie das?

Hans Martz: Viele erinnern sich doch sicher noch an Ostimmobilien mit märchenhaften Abschreibungen? Viele Anleger haben damit viel Geld verloren! Derartige Investmentideen werden auch durch das Argument der Steueroptimierung nicht attraktiver. Auch gibt es unverändert viele unseriöse Anbieter, die mit Graumarktgeschäften und angeblicher Steuerersparnis das zumeist mühsam verdiente Geld ehrlicher Sparer komplett veruntreuen. Auf den Punkt gebracht - auch steuerfreier Schund ist Schund!

Viverito:
Gibt es einen goldenen Mittelweg?

Hans Martz: In dem Fall muss kein Mittelweg gesucht werden. Es gibt klare Regeln für die Geldanlage.

Viverito: Wie lauten diese Regeln?

Hans Martz: Bei der Geldanlage muss sich ein erfahrener, gut ausgebildeter Berater mit dem Kunden eingehend beschäftigen und unterhalten. Er muss den Status Quo ermitteln, wie ist die Lebenssituation, was sind die Ziele, worauf kommt es dem Kunden an, welche Risiken kommen für den Geldanleger in Frage… Erst wenn diese Fakten und Wünsche ermittelt sind, kann man mit dem Kunden zusammen entsprechende Produktvorschläge erarbeiten.

Viverito: Ist das nicht ein wenig umständlich?

Hans Martz: Um Himmels willen! Wir reden davon, dass die Kunden mit ihrem Berater eine langfristige Strategie erarbeiten. Wer sich im Hinblick auf die Abgeltungsteuer gut und zukunftssicher aufstellen will, der sollte auch dazu bereit sein, ein wenig Zeit zu opfern. Und ein Berater, der nicht dazu bereit ist, Zeit zu opfern, sondern nur verkaufen will, sollte entsprechend skeptisch beurteilt werden.

Viverito: Aber auch für eine Sparkasse ist der Aufwand entsprechend hoch, oder?

Hans Martz: Das streite ich nicht ab. Unser Vorteil liegt darin, dass viele Berater
ihre Kunden schon relativ lange kennen – oft sind die erforderlichen Fragen schon
zu einem viel früheren Zeitpunkt erörtert worden.

Viverito: Welche Produkte kann man kaufen, wenn man steueroptimiert anlegen
will?

Hans Martz: Einzelempfehlungen werden Sie von mir nicht hören. Abgestimmt auf die Kundenwünsche empfehlen wir zum Beispiel Fondslösungen mit einem auf den Anleger abgestimmten Chancen- / Risikoprofi l. Geachtet wird dabei besonders auf strategische Ansätze. Nur so ist sichergestellt, dass die Investments langfristig werthaltig sind und dem Kunden entsprechende Erträge bescheren.

Viverito: Raten Sie zur Eile?

Hans Martz:
Nein – im Gegenteil. Es besteht keinerlei Grund, sich unter Druck setzen zu lassen. Wichtig ist, dass bis zum 30. Dezember 2008 die fi nanzielle Ausrichtung besprochen, durchdacht und umgesetzt ist. Allerdings ist es empfehlenswert, den vertrauten Berater nicht erst im Spätherbst anzusprechen. Ich könnte mir vorstellen, dass es dann durchaus zu Engpässen bei guten Geldberatern kommt.

Viverito: Es gibt Länder, die um die Gunst deutscher Steuerzahler bei der Geldanlage buhlen. Was ist davon zu halten?

Hans Martz: Nicht viel, eher gar nichts. Die jüngsten Skandale haben vielen Anlegern, die in vermeintlichen Steueroasen investiert hatten, schlafl ose Nächte bereitet. Zwar wird immer wieder versprochen, dass das Bankgeheimnis in dem einen oder anderen Land unantastbar sei, aber dummerweise finden dann doch hochgeheime Unterlagen den Weg zu den Finanzämtern. Oder kurz: Wir empfehlen grundsätzlich steuerehrliche Anlagen – die ermöglichen einen ruhigen Schlaf.

Viverito: Ist Ihnen ein gesunder Schlaf genauso wichtig wie werthaltige Anlagen?

Hans Martz:
Besser kann man es nicht formulieren (lacht herzlich).



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